Page 7 - Cathaya argyrophylla
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Cathaya argyrophylla | Eine Rarität unter den Nadelbäumen                               Beschreibung | Klima

                  austriebes einer älteren Pflanze verliert sich jedoch recht bald.   trisch. Sämlinge haben drei bis vier Kotyledonen. Nach eigenen
                  Auffallend war, dass einige Knospen im oberen Kronenbereich   Beobachtungen und bei einer hier durchgeführten Auszählung
                  von 1-2 cm langen Nadeln, die direkt um die Knospe herum   der Kotyledonen konnte ein Anteil von 85 % dreinadeliger und
                  angeordnet waren, schopfartig schützend umhüllt wurden.   15 % viernadeliger Sämlinge festgestellt werden.
                  Auch bezüglich der angegebenen Nadellänge von 4-5 (6) cm
                  wurden hier solche von 4-19 cm Länge an 6-jährigen Pflanzen   Bei Wurzeluntersuchungen in der Provinz Sichuan wurde
                  gemessen. Sicher ist davon auszugehen, dass die Nadellänge   festgestellt, dass die Cathaya, ähnlich wie die Gattung Pinus,
                  parallel zum Alter abnehmen wird. Auch im australischen   sehr rasch eine lange Pfahlwurzel ausbildet. Bei einer Höhe
                  Bicentennial Arboretum, Penshurst, NSW, Australia, wurden   von 4,5 cm einer Jungpflanze betrug die Wurzellänge bereits
                  differierende Feststellungen gemacht.           9,0 cm. Mit zunehmendem Alter übernehmen die bis 6,5 m
                                                                  langen Seitenwurzeln die Aufgabe der Pfahlwurzel (Guan,
                  Die Knospen sind ei-länglich bis kegelförmig, gelbbraun, bis   Z. T. et Chen, Y. 1986).
                  8 mm lang und harzlos. Die Endknospen sind ausgeprägter,
                  fast eiförmig und mit hautartigen, später abfallenden Hüllen   Das Holz ist relativ harzreich. Das Splintholz ist gelbbraun, das
                  umgeben. Die weiblichen Blüten der monözischen Pflanzen   Kernholz dunkelbraun und deren Abgrenzung voneinander
                  sind fast eiförmig, bis 1 cm lang, kurz gestielt oder fast sitzend.   sehr deutlich ausgeprägt. Die Holzqualität ist fein bis mäßig
                  Die Samenschuppen sind in mehreren Reihen spiralig ange-  fein und von einheitlicher Struktur. Es ist relativ weich und gut
                  ordnet. Die männlichen Blütenkätzchen stehen aufrecht, sind   zu bearbeiten. Xylotomische Untersuchungen haben eine sehr
                  ährenförmig und 2 cm lang.                      nahe Verwandtschaft zur Gattung Pseudotsuga ergeben.
                                                                  Das Trockengewicht beträgt 0,713 g je cm³.
                  Die reifen Zapfen sitzen zwischen kleinen Seitenzweigen,
                  zunächst aufrecht stehend, später seitlich abstehend. Sie sind   Die Chromosomenzahl ist 2n=24 (Krüssmann, G. 1983).
                  3-5 cm lang und 1,5-2,0 cm breit, zur Reifezeit kastanienbraun,
                  später bräunlich bis schwarz. Die Deckschuppen des jungen   06.  Klima
                  Zapfen sind häutig und auffallend schwanzförmig zugespitzt.
                  Die Samenschuppen überragen beim reifen Zapfen die Deck-  Das Klima im Grenzbereich in den Provinzen Sichuan, Hun-
                  schuppen bei weitem. Zwei Samen befinden sich jeweils hinter   an, Guizhou und Guangxi, gleichzeitig Verbreitungsgebiet
                  einer Deckschuppe. Nach der Reife bleiben die Zapfen viele   der Gattung Cathaya, ist subtropisch bis warm temperiert.
                  Jahre am Zweig haften.                          Der jährliche Niederschlag liegt zwischen 1400 mm in den
                                                                  niederen Lagen des Verbreitungsgebietes und 1800 mm in den
                  Die Samen sind schief eiförmig, an der Basis zusammenge-  Gebirgslagen. Auffallend ist, dass die Cathaya die Kammlagen
                  drückt, 3-5 mm lang, 3-4 mm breit, oliv über dunkelbraun   mit häufiger Nebelbildung bevorzugt. Die Vegetationsperiode
                  bis schwarz-farbig und mit unregelmäßig helleren Flecken   dauert in den unteren Lagen bis zu 280 Tage, während sie in
                  betupft. Das Samenkorn ist in der Größe dem der Pinus strobus   den Hochlagen bis ca. 160 Tage dauert. Die Durchschnittstem-
                  vergleichbar. Der abgetrennte Flügel ist ca. 10-15 mm lang und   peratur liegt bei ca. plus 16 °C, die Tiefsttemperatur bei minus
                  4-6 mm breit, trockenhäutig, fast klar durchsichtig und asyme-  8 °C und die Julitemperatur bei plus 25 bis 27 °C.


                   Tab. 2 - Lage der Verbreitungsgebiete
                    Meereshöhe in (m)        Durchschnittliche Tempera-  Temperatursumme (°C)   Niederschlag (mm)
                                             tur (°C)  pro Jahr    pro Jahr                pro Jahr
                     < 600                   > 16                   > 5000                  < 1150
                    600 – 1000               16 – 13               5000 – 4300             1150 – 1300
                    1000 – 1500              13 – 10               4300 – 3400             1300 – 1400
                    1500 – 2000              10 – 7                3400 - 2000             1400 – 2000
                     > 2000                  < 7                    < 2000                  > 2000


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