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Charakterisierung

Publikationen über Dacrydium

Dacrydium x suprinii NIMSCH
Charakterisierung

II. Einführung [C]

C 1  Taxonomie der Art Dacrydium guillauminii BUCHHOLZ

Die Art D. guillauminii wurde erstmalig 1949 im Bull. Mus. Nat. Hist. Nat. Paris ser. 2, 21.:282  beschrieben.
Sarlin in Bois et Forets Nouvelle-Caledonie : 92 et pl..21, 1954  und Harrison in Dallimore + Jackson,  Handbook Conif. Ed 4:  223, 1966,  haben die Art bearbeitet.
D. J. Laubenfels 1969  und C. J. Quinn 1982 sind die Autoren, die Revisionen bezüglich der Gattung verfasst haben.

C 2  Verbreitung

Nach einer hier erstmalig veröffentlichten Karte nach B. Suprin, Nouméa, Neukaledonien, 1990, über das Verbreitungsgebiet von Dacrydium guillauminii, befinden sich alle neun Klein- und Kleinststandorte im Rivière des Lacs und Plaine des Lacs.
Die Bedeutung der Karte wird auch dadurch unterstrichen, dass sich die Naturstandorte von Dacrydium x suprinii ausschließlich innerhalb der Verbreitungsgebiete von D. guillauminii befinden.

Dacrydium II
Pfeil nach oben Dacrydium x suprinii
Zweige im Vergleich
Links: Dacrydium guillauminii
Mitte: Dacrydium araucarioides
Rechts: Dacrydium x suprinii
Plaine des Lacs, Neukaledonien
Foto:© H. Nimsch

Erfassung aller Standorte von Dacrydium guillauminii in Neukaledonien

Standort 1:
Lac de Yate, ehemalige Mündung der Rivière des Lacs.
Der Standort von D. guillauminii wurde durch Dr. Hürlimann, Schweiz (1957) erfasst.
Das Vorkommen ist durch den Stau des Yaté-Sees erloschen.

Standort 2:
Durch den Bau der "Ligne de transport d’énergie électrique" südlich der route principale  wurde der größere Standort von Neocallitropsis pancheri östlich des Rivière des Lacs zerstört.
Der kleinere Standort von Neocallitropsis westlich des Rivière des Lacs blieb erhalten.
Hier kein Vorkommen von D. guillauminii.

Standort 3:
Rivière des Lacs,  ca. 5 km von der route principale flussaufwärts ein Kleinstandort mit mehreren D. guillauminii und mehreren Neocallitropsis in unmittelbarer Nähe des Flusses.

Standort 4:
Rivière des Lacs,  ca. 7 km von der route principale flussaufwärts ein Kleinstandort mit acht D. guillauminii und zwei Neocallitropsis ebenfalls in unmittelbarer Nähe des Flusses.

Standort 5:
Rivière des Lacs,  ein Einzelvorkommen von D. guillauminii direkt am Ufer des Flusses. Keine Neocallitropsis an diesem Standort.

Standort 6:
Rivière des Lacs, in einer Entfernung von ca. 12 km oberhalb der route principale flussaufwärts befindet sich ein Kleinststandort mit zwei D. guillauminii und wenigen Neocallitropsis.

Standort 7:
Rivière des Lacs, hier stockt der individuenreichste Bestand von D. guillauminii ca. 13 km oberhalb der route principale in Mischung mit zahlreichen Retrophyllum minor.
Die kleinen Bäume haben eine Oberhöhe von  2 – 4 m.
Während alle Individuen von Retrophyllum im Wasser stehen, wachsen die von D. guillauminii z.T. im Wasser und z.T. in unmittelbarer Nähe des Wassers.
Wenige Meter vom Ufer entfernt  -  aber schon  2, 3 m über dem Wasserniveau  wachsen Dacrydium araucarioides.
Bei etwa  4 m über Wasserniveau wachsen die ersten Neocallitropsis - auch in sehr lockerer Mischung mit D. araucarioides.
Beide letztgenannten Koniferen werden trotz ihres Standortes in 3 – 4 m über Wasserniveau  (Dez. 2005 / Jan. 2006) gelegentlich von Hochwasser überspült.
Eine sich nach Süden anschließende größere Fläche wird von Retrophyllum auf nassen Standorten und von Neocallitropsis auf trockeneren Standorten bestockt und endet mit einer einzelnen D. guillauminii direkt am Ufer der Rivière des Lacs.
Alle Dacrydium guillauminii mit 20 bis 30 cm Durchmesser am Stammfuß werden von B. Suprin, Nouméa, auf über 300 Jahre geschätzt.

Standort 8:
“Lac en Huit”, zwei Kleinststandorte am sehr flachen Ufer des Sees.
Der erste Standort an der westlichen Seeseite hat nur etwa  20 m Länge und ca. 15 m Breite mit sehr wenigen D. guillauminii.
Der zweite Standort am Südrand des Lac en Huit ist ebenfalls ein Kleinststandort mit nur wenigen D. guillauminii, die alle kaum einen Meter Höhe erreichen und nur wenige cm Durchmesser haben - aber trotzdem schon sehr alt sind. (Schätzung von B. Suprin, Nouméa: weit über 100 Jahre)

Standort 9:
“Lac Intermédiare”, ein Einzelvorkommen von D. guillauminii ca. 400 m nördlich des Sees. Höhe der Pflanze über 1,80 m.

Standort 10:
“Lac Intermédiaire”, ein Kleinstvorkommen von D. guillauminii am Norwestufer des Sees. Höhe der Pflanzen nicht über 1 m.

Standort 11:
“Grand Lac”, am Westufer des Grand Lac befindet sich ein Standort von Dacrydium guillauminii mit einer Länge von ca. 60 m und einer Breite von ca. 15 m entlang des sehr flachen Seeufers.
Mehrere, bis 1 m hohe D. guillauminii wachsen hier in Mischung mit sehr vielen, bis 1 m hohen Retrophyllum minor.
In nur geringer Entfernung vom Seeufer von ca. 15 m und ca. 1 m über Seeniveau wachsen Dacrydium araucarioides und Neocallitropsis pancheri u.a.

  Flächeneinschätzung

Um zu einer Einschätzung der Standortsflächengröße von D. guillauminii zu kommen, wurden alle Einzelstandorte in Quadratmeter hoch gerechnet.
Daraus ergab sich eine Gesamtfläche bei sehr positiver Auslegung von 8900 Quadratmeter.

06 neukaledonien verbreitung dacrydium guillauminii und dacrydium x suprinii 250
pfNachOben Neukaledonien: Verbreitung von Dacrydium guillauminii und Dacrydium x suprinii
Nach Bernard Suprin, Noumea, Neukaledonien, 1990

Zusammenfassung

Der Gesamtbestand von D. guillauminii umfasst deutlich weniger als ein Hektar!
Daraus ergibt sich folgende Gefährdungsbewertung des Vorkommens:

  • Das Gesamtareal der D. guillauminii verteilt sich auf neun Kleinstandorte, davon drei Kleinststandorte, die räumlich meist weit voneinander entfernt stehen.
  • Eine deutliche Einengung des Genpotenzials als Folge der zerstreuten Standorte ist festzustellen.
  • Biotische und abiotische Schädigungen des zersplitterten Vorkommens lassen befürchten, dass der Fortbestand der Art hoch gefährdet ist.


Erfreulicherweise sind auch gute Ansätze zur Erhaltung der Art festzustellen:

  • Positiv werden die Schutzmaßnahmen der  IRD  Nouméa vor Ort bewertet.
  • Ein natürlicher Schutz der Bestände gegenüber Feuer ergibt sich aus den Naturstandorten von D. guillauminii, die sich immer im  oder am Fließwasser oder in Seeufernähe befinden.
  • Die Bewußtseinsbildung über die Öffentlichkeitsarbeit zeigt erste Erfolge.
  • International sind die Probleme erkannt.
    Daraus resultiert die Einstufung von Dacrydium guillauminii im IUCN Red Data Book categories.

Zur Versachlichung muß auch festgestellt werden, dass die Gesamt­verbreitungs­fläche von Dacrydium guillauminii im Südosten der Grande Terre auch vor der Inbesitznahme durch die Kolonisation aufgrund ihrer speziellen Ansprüche an den Standort ganz sicher nicht sehr groß gewesen ist.
Zu dieser Frage sind weitere Forschungen erforderlich.

C 3  Beschreibung

Dacrydium guillauminii ist ein ausgesprochen seltener Baum.
Selbst in Neukaledonien ist er nur an wenigen, speziellen Standorten anzutreffen.
Der Baum wird bis 3 m, maximal 4 m hoch und wächst ausgesprochen langsam.
Nach Schätzungen sind die ältesten Exemplare über 300 Jahre alt.
Junge Pflanzen wachsen straff aufrecht, d.h. in den ( geschätzten ) ersten 20 Jahren oder mehr, oft ohne wesentliche seitliche Verzweigung.
Danach folgt im weiteren Wachstumsverlauf eine regelmäßig und konisch aufgebaute Krone, die sich später in eine wirre, abstrakte Kronenform verliert.
Die dichtbeblätterten, eng stehenden Zweige an den relativ kleinen Bäumen vermitteln eher den Eindruck vor einem Busch zu stehen.

Die adulten Nadeln haben Abmessungen von 13 - 17 mm Länge x  1 mm Breite.
Der Samenzapfen befindet sich als schwierig zu erkennende Verdickung immer an den Zweigenden.
Er ist dicht von umschließenden Nadeln umgeben und beinhaltet bis fünf Samen mit einer Länge von 4 mm.
Das Vorkommen beschränkt sich auf Standorte, die sich direkt an Fließgewässern oder an Seeufern befinden.

Offenbar verträgt die Art lang anhaltende oder dauernde Überflutung des Wurzelraumes gut.
Während alte Bäume einen bis 80 cm Höhe verdickten Stammfuß haben, findet man dies bei Jungpflanzen auf gleichem Standort nicht.
Die auf demselben Standort vorkommenden Retrophyllum minor wachsen ebenfalls dauernd oder zeitweise im Wasser und haben einen wesentlich stärker verdickten Stammfuß.
Das Holz von Retrophyllum ist ausgesprochen leicht, von fast schwammiger Konsistenz.

10 dacrydium guillauminii branchlet and seed
pfNachOben Dacrydium guillauminii: Zweig und Samen
H. NIMSCH und D.J. DE LAUBENFELS

07 dacrydium guillauminii young tree
pfNachOben Dacrydium guillauminii
Junger Baum

08 dacrydium guillauminii branchlets
pfNachOben Dacrydium guillauminii
Zweige
  09 dacrydium guillauminii old tree
pfNachOben Dacrydium guillauminii
Alter Baum
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