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Pseudotsuga macrocarpa

Pseudotsuga macrocarpa (Vasey) Mayr 1890

Syn.:
Pseudotsuga californica, Flous, 1934;
Pseudotsuga douglasii var. macrocarpa (Vasey) Engelmann 1880;
Pseudotsuga menziesii ssp. macrocarpa (Vasey) Engelmann 1982;
Pseudotsuga taxifolia var. macrocarpa Engelmann

Die in älterer Literatur genannten Arten, Pseudotsuga flahaultii, P. forrestii, P. gaussenii, P. guinieri, P. rehderi, P. salvadori, P. wilsoniana, P. xichangensis werden in bestehende Arten einbezogen:

In Pseudotsuga sinensis var. sinensis werden einbezogen:
P. forrestii, Craib 1919; P. salvadori, Flous 1934; P. sinensis var. wilsoniana, (Hayata) L.K. Fu et Nan Li 1997; P. wilsoniana, Hayata 1915; P. xichangensis, C.T.Kuan et L. J. Zhou 1983.
In Pseudotsuga menziesii var. glauca werden einbezogen:
P. flahaultii, Flous 1934; P. rehderi, Flous 1934.
In Pseudotsuga sinensis var. gaussenii wird einbezogen:
P. gaussenii, Flous 1936.

Die Gattung Pseudotsuga wird heute mit vier Arten und mehreren Varietäten dargestellt:
Pseudotsuga japonica, Pseudotsuga macrocarpa; Pseudotsuga menziesii; Pseudotsuga sinensis.
Zu Pseudotsuga menziesii werden die zwei Varietäten P. menziesii var. menziesii und P. menziesii var. glauca gerechnet.
Zu Pseudotsuga sinensis werden die drei Varietäten P. sinensis var. brevifolia, P. sinensis var. gaussenii und P. sinensis var. sinensis gezählt.

Name
Englisch: Bigcone Douglas-Fir; Deutsch: Großzapfige Douglasie

Verbreitung
Pseudotsuga macrocarpa ist im Süden von Kalifornien endemisch.
Sie ist über 217 km in Nord – Süd-Richtung und über 338 km in Ost – West-Richtung verbreitet.
In älteren Publikationen wird von Beständen im Zentrum von Baja California, Mexico, berichtet, dies wurde jedoch nicht bestätigt.
Die südliche Verbreitungsgrenze ist in der Nähe von Julian, San Diego County.
Die Gattung Pseudotsuga war bis zur letzten Eiszeit in Europa heimisch.
Heute ist Pseudotsuga menziesii in europäischen Wäldern wieder verbreitet, so auch im Stadtwald von Freiburg.
Hier wächst auch der höchste Baum Deutschlands – eine Douglasie mit 63 m Höhe und einem Alter von ca. 100 Jahren.

Klima
Das Klima im Verbreitungsgebiet der Art wird bestimmt durch lange, heiße Sommer und feuchte, kühle Winter.
Die jährliche, durchschnittliche Niederschlagsmenge variiert zwischen 500 und 1000 mm.
Minimalwerte wurden mit 250 mm und Maximalwerte mit 1270 mm gemessen.
Schneefälle können in den Hochlagen von Oktober bis Mai auftreten.
Eine länger anhaltende Schneedecke ist nur in den Gebirgslagen gegeben.
Während der winterlichen Regenzeit erhöhen häufige Nebel die Niederschlagsmenge – andererseits können sommerliche, weit verbreitete Gewitter mit Hagel und Wolkenbrüchen die Feuchtigkeit infolge hoher Verdunstung nicht wesentlich beeinflussen.
In der 6-monatigen Winterzeit kann es in jedem Monat geringe Fröste von bis zu –12°C geben.

Beschreibung
Adulte Bäume der Pseudotsuga macrocarpa erreichen eine Höhe von 25 m (max. 30 m), einen BHD-Durchmesser von 90 cm (max. 120 cm), sie haben eine lockere, pyramidenförmige Krone mit typischen, langen, waagerecht ausgebreiteten Ästen und können 700 Jahre alt werden.
Ein besonderes Exemplar der Bigcon Douglas steht am Mt. Baldy in den St. Gabriel Mts. mit über 44 m Höhe und 230 cm Durchmesser.
Die graugrünen Nadeln stehen kammförmig in einer Ebene am Zweig, sie sind 18 bis 32 mm lang und scharf zugespitzt.
Auf der Unterseite sind zwei weißliche Stomabänder.
Die Zapfen der Pseudotsuga macrocarpa sind deutlich größer, schwerer und stärker verholzt als die der Pseudotsuga menziesii.
Sie erreichen bis 18 cm Länge und bis 5 cm Durchmesser.
Reife Zapfen haben eine sehr dunkelbraune Farbe.
Die etwa 12 mm langen, mit langem Flügel versehenen, zweifarbigen Samen sind auf der glänzenden Oberseite dunkelbraun bis schwarz, auf der Unterseite hell-bräunlich gefleckt.
Der ca. 1,2 cm lange Flügel ist nahe der Mitte am breitesten.
Die Douglasie ist monözisch.
Die Rinde ist, wie bei Pseudotsuga menziesii, anfangs glatt und grau und verändert sich mit zunehmendem Alter in eine bis 15 cm dicke, dunkelrotbraune, tiefrissige Borke.
Das Holz ist geringwertiger als das der Pseudotsuga menziesii, zeigt keine deutliche Jahrringabgrenzung, es ist hart, schwer, dichtfaserig aber nicht dauerhaft.
Es wird selten als Bauholz genutzt.
Eine generative Vermehrung findet erst nach dem 40. Lebensjahr statt, der Zapfenansatz ist danach gering aber regelmäßig.
In den lockeren Beständen konnten immer wieder Bäume mit gutem Zapfenanhang gefunden werden, während die Menge der Bäume keinen oder nur geringen Zapfenanhang hatten.
Ausfallende Samen wurden hauptsächlich in unmittelbarer Nähe der Kronen gefunden, sie werden gezielt von Backenhörnchen als Wintervorrat gesammelt.
Eine Artkreuzung zwischen Pseudotsuga macrocarpa und Pseudotsuga menziesii ist gelungen.
Die Hybride zeigt starkes Wachstum, produziert Holz mit gleicher Qualität wie Pseudotsuga menziesii, hat die Trockentoleranz der Pseudotsuga macrocarpa und könnte sich für den Anbau in Trockengebieten eignen.

Ökologie
Die Bigcone fir wächst in kleinen Reinbeständen, meist jedoch in Kleinbeständen, Gruppen oder einzeln auf sehr unterschiedlichen Böden.
Häufige Waldbrände zerstören ganze Bestände, doch überleben dickborkige Bäume oder solche auf felsigen Standorten, die dann von hier aus für Naturverjüngung zu sorgen.
Sie kommt in Canyons und auf kühleren Nordhängen in Mischung mit Quercus chrysolepis, Umbellularia californica, Pinus coulteri, Abies lowiana, Pinus ponderosa, Calocedrus decurrens, Pinus lambertiana, Pinus jeffreyi u.a. vor. 
Eine artenreiche Strauchflora in unterschiedlicher Zusammensetzung, abhängig von den Höhenlagen zwischen 300 und 2400 m über NN, bildet den Unterstand sowohl in locker geschlossenen Beständen der Hochlagen als auch in offenen Beständen der unteren Berglagen und in locker bestockten Felshängen.
Die erfolgreiche Naturverjüngung ist abhängig vom Witterungsverlauf.
Sie kann bei ausreichendem Niederschlag während der ersten Wachstumsmonate sowohl im Schatten des Douglasien-Reinbestand als auch im Quercus chrysolepis-Bestand hervorragend gelingen – sie kann aber auch in Trockenjahren völlig ausbleiben.
Das Keimprozent ist gering – selbst stratifiziertes Saatgut keimte nur zu 31 %.
Die Douglasie ist aufgrund ihrer hervorstechenden Größe innerhalb der Wälder eine typische Baumart der südkalifornischen Landschaft.
Auch ist sie die einzige Nadelbaumart die noch in den unteren Waldstandorten Kaliforniens wachsen kann.
Für einen forstlichen Anbau in Mitteleuropa ist sie wegen der Frostempfindlichkeit aufgrund ihrer Herkunft und geringerer Holzqualität nicht geeignet.
Andere Autoren bezeichnen die Art als winterhart in Mitteleuropa.

Gefährdung
Boden- und Kronenfeuer sind die größte Gefahr für die Douglasien-Mischbestände.
Die oft lang anhaltenden Waldbrände entstehen meist in Hitzeperioden bei extremen Windverhältnissen und durch leichtsinnigen Umgang mit Feuer.
Die Waldbrandbekämpfung gestaltet sich in unerschlossenen Gebieten als sehr schwierig.
Oft ist die Bekämpfung nur von gut ausgerüsteten Helicopter-Stationen möglich.
Durch eine sehr stark entwickelte, dicke Borke (15 bis 20 cm) sind die alten Douglasien gegen Bodenfeuer weitgehend gesichert.
Sie können auch nach einem Kronenfeuer eine neue Krone entwickeln. 
Dagegen fallen alle jüngeren Douglasien dem Feuer zum Opfer.
Auch ein Wiederaustrieb aus der Stammbasis nach dem Einschlag der Bäume ist möglich.
Offenbar haben die Quercus-Arten als natürliche Begleitbaumarten eine Pufferfunktion gegen Waldbrände.
Das Überleben der Douglasien hängt u.a. von der Geschwindigkeit und der Intensität des Feuers ab.
Auf Waldstandorten mit weniger als 20 % Gelände-Neigung haben nur 37 % - auf solchen mit mehr als 40° Neigung haben aber mehr als 90 % der Douglasien überlebt.
Die Pseudotsuga macrocarpa ist nach IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) in die Schutzkategorie NT (Near Threatened) = gering gefährdet, eingestuft.

 


Literatur
Silvics of North America „Bigcone douglas fir", Philip M. McDonald,
USDA Forest Servive
Enzyklopädie der Holzgewächse, Wiley VCH Verlag, Weinheim


 

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pfNachOben Pseudotsuga japonica
alter Zapfen
Foto: Wikipedia

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pfNachOben Pseudotsuga sinensis
Jungpflanze Arboretum Freiburg-Günterstal
Foto: © H. Nimsch

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pfNachOben Pseudotsuga macrocarpa
Verbreitungskarte
aus: Enzyklopädie der Holzgewächse

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pfNachOben Pseudotsuga macrocarpa
lebende und tote Bäume
San Bernardino Mts., California
Foto: © H. Nimsch

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pfNachOben Pseudotsuga macrocarpa
typische breite Krone eines Solitärs
San Bernardino Mts., California 
Foto: © H. Nimsch.

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pfNachOben Pseudotsuga macrocarpa
Krone mit Zapfen
San Bernardino Mts. 
Foto: © H. Nimsch

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pfNachOben Pseudotsuga macrocarpa
Stammfuß eines alten Baumes
San Bernardino Mts.
Foto: © H. Nimsch

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pfNachOben Pseudotsuga macrocarpa
Rinde eines Alt-Baumes
National-Arboretum Les Barres, Frankreich
Foto: © H. Nimsch

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pfNachOben Pseudotsuga macrocarpa
alter Baum
National-Arboretum Les Barres, Frankreich.
Foto: © H. Nimsch

Bilder-Winter-1112-058 pseudotsuga macrocarpa und menziesii zapfen

pfNachOben Pseudotsuga macrocarpa (l.) und Pseudotsuga menziesii (r.)
Zapfen
Foto: © H. Nimsch

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pfNachOben Pseudotsuga macrocarpa
Samen, zweiseitig
Foto: © H. Nimsch

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pfNachOben Pseudotsuga japonica
jüngerer Zapfen
National-Arboretum Les Barres, Frankreich.

Foto: © H. Nimsch

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pfNachOben Pseudotsuga guinieri
Zapfen
National-Arboretum Les Barres, Frankreich
Foto: © H. Nimsch

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pfNachOben Pseudotsuga wilsonii
junger und alter Zapfen
Atlanta Botanical Garden, USA
Foto: © H. Nimsch
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