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Podocarpus gnidioides

Podocarpus gnidioides Carrière 1867
Syn.:
Podocarpus alpinus var. arborescens, Brongin. et Gris
Podocarpus alpinus var. caespitosus, Brongin. et Gris.
Podocarpus gnidioides var. caespitosus, (Brongin. et Gris.) Carriére

Verbreitung
Die Art ist endemisch in Nouvelle-Calédonie.
Sie kommt nur im südlichen Teil der Grande Terre in über 600 m über NN auf Bergkuppen und Bergrücken vor.
Standorte der Art wurden nachgewiesen: Mt. Koghis, 900 bis 1070 m; Mt. Dzumac, 1000 m; Mts. Comboui, 1060 m, Mt. des Sources, 1000 m; Mt. Mou, 1100 m; Mt. Nekandi, 1300 m; Quenghi, 400 bis 800 m; Mt. Humboldt, 1400 bis 1600 m; Mt. Dore, 600 bis 775 m.
Krüssmann schrieb noch 1983, dass die Art nach ihrer Entdeckung nicht mehr gefunden werden konnte.
Ab 1993 hat der Verfasser an mehreren Orten in Nouvelle-Calédonie viele Exemplare gefunden.

Beschreibung
Der horizontal ausgebreitete Strauch erreicht eine Höhe von 2 m, seine Rinde ist dünnfaserig, rötlichbraun bis gelblichbraun.
Die kleinen Knospen werden 2 mm lang und 1 mm breit und haben 1 bis 2 seitliche Schuppen.
Die Blätter sind dick, haben einen stark gewellten Rand, stehen rings um den Zweig, werden 8 bis 22 mm lang und 2 bis 2,5 mm breit.
Die Blattspitze ist abgerundet und stumpf, zur Blattbasis schmäler werdend und wie ein Blattstiel in den Zweig herablaufend.
Die Früchte haben einen bis 4 mm langen Stiel, sie werden zur Reifezeit fleischig und leuchtend rot.
Die Samen sind oval, 6 bis 7 mm lang und haben bis 3,5 mm Durchmesser. Im äußeren Erscheinungsbild ähnelt die Art der neuseeländischen Art, Podocarpus nivalis.

Ökologie
Podocarpus gnidioides ist eine Art der Gebirge, sie besiedelt an den jeweiligen Standorten meist die höchsten Erhebungen von über 600 m über NN (am Mt. Dore zusammen mit Araucaria muelleri).
Sie wächst in macchia-ähnlichen, niederen Pflanzengesellschaften in unterschiedlichen Zusammensetzungen auf basischen Serpentin-Böden.
Die Art behält ihre kleine Wuchsform strikt bei und wird deshalb bei den recht häufigen Waldbränden sehr stark geschädigt.
Leider dauern diese Waldbrände über Tage und Wochen, sodass eine nur geringe Überlebenschance besteht.
Die Art ist entsprechend ihrer Herkunft in Mitteleuropa nicht winterhart, sie wird in die Winterhärte-Zone 9 eingestuft.

Gefährdung
Eine permanente Gefahr stellen die häufigen Waldbrände dar, zu deren Abwendung nicht genügend unternommen wird.
Die lang anhaltenden Brände in steilem und unbegehbarem Gelände können wegen fehlender Erschließung nicht effizient bekämpft werden.
Andererseits kann eine Erschließung durch Wege zu heftigen oder nicht reparablen Erosionsschäden führen.
Des weiteren sind anhaltende Erosionen in der Folge des Nickel-Tagebaues in den Naturwaldgebieten von Nouvelle-Calédonie ein erschreckendes Beispiel dafür.
Trotzdem wurde die Art nach IUCN ( International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) in die Kategorie NT (Near Threatened) = gering gefährdet, eingestuft.

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pfNachOben Podocarpus gnidioides
Seitenzweig
Mt. Dore, 600 m ü. NN
Foto: © H. Nimsch

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pfNachOben Podocarpus gnidioides
Früchte, Mt. Dore
Foto: © H. Nimsch

 

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pfNachOben Podocarpus gnidioides
Verbreitungskarte
nach de Laubenfels

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pfNachOben Podocarpus gnidioides
Naturbestand am Mt. Dore, 600 m über NN
Nouvelle-Calédonie
Foto: © B. Suprin

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pfNachOben Podocarpus gnidioides
1. Zweig mit ♂ Blüten. 2. Nadeloberseite. 3. Nadelquerschnitt.
4. Knospe einer jungen ♂ Blüte. 5. ♂ Blüten. 6. Microsporophylle.
7. Zweig mit ♀ Frucht x 2. 8. Zweig mit Doppelfrucht x 2.
9. Reife Frucht x 2.    
Nach de Laubenfels: Flora de la Nouvelle-Calédonie et Dépendances - Gymnospermes

05 Podocarpus-gnidioides 0003

pfNachOben Podocarpus gnidioides
♂ Blüte
Mt. Koghis, 900 m ü. NN.
Foto: © T. Waters

08 Podocarpus-gnidioides 0007

pfNachOben Podocarpus gnidioides
gesammelte Früchte
Nouvelle-Calédonie
Foto: © H. Nimsch

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