Pinus lambertiana Douglas 1827

Syn.:
Pinus lambertiana var. martirensis Silba, 1990
Pinus lambertiana var. minor Lemmon 1888
Pinus lambertiana var. purpurea Lemmon 1985
 

 

Namen
Deutsch
: Zucker-Kiefer
Englisch: Sugar Pine

Familie Pinaceae | Gattung Pinus

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oben Pinus lambertiana (und Sequioadendron giganteum im Hintergrund)
Foto: Eiselt, FAZ

Systematik

Nach Shaw gehört Pinus lambertiana in die Sektion Strobus, Subsektion Strobi Loud.
Zu den nahe verwandten Arten zählen Pinus monticola Dougl. und Pinus flexilis James, die Teile des Verbreitungsgebietes der Pinus lambertiana besiedeln, bestehen folgende Unterschiede:

pinus lambertiana tabelle
Tabelle nach Schütt

Die diploide Chromosomenzahl ist 2n = 24.

Verbreitung

Die Zucker-Kiefer hat ihr Hauptverbreitungsgebiet in den niederschlagsreichen Westhängen der Küstengebirge und der Rocky Mountains der US Staaten Oregon und Kalifornien.
Kleinere Vorkommen befinden sich im Westen von Nevada und im Norden der Baja California.

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oben Pinus lambertiana
Verbreitungskarte
Bild: de.wikipedia.org

Beschreibung

Die mit Abstand größte Pinus-Art des amerikanischen Westens ist die Sugar Pine mit ca. 60 m Höhe (maximal 83 m) und einem Durchmesser von 5 m.
Ein Spitzenwert von 232 m³ ist authentisch.
Mit bis zu 600 Jahre alten Exemplaren ist diese Pinus eine sehr beeindruckende Erscheinung.
Sie kann mit den höchsten Bäumen Amerikas, den Küsten-Redwoods, den Sierra-Redwoods und den Douglasien konkurrieren, sie hat einen geraden, walzenförmigen Stamm mit im Alter grober und rissiger Borke.
Die weitausladende Krone alter Bäume hat bis 12 m lange Äste, deren Ende mit Zapfen beladen, leicht überhängt. 
Die weißlich bereiften, dunkelgrünen, an den Rändern fein gezähnten Nadeln stehen zu fünf im Kurztrieb und werden bis 10 cm lang.
Das geradfaserige, kaum schwindende, haltbare Holz wurde früher raubbauartig genutzt und hat heute keine wirtschaftliche Bedeutung mehr.
Der Baum scheidet bei Verletzungen ein durchsichtiges, inosit-haltiges, süßes Harz aus.

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oben Pinus lambertiana
Zapfen
Zeichnung: Kindel


Keine andere Kiefern-Art hat so große Zapfen wie die Pinus lambertiana – sie werden bis 50 cm, maximal bis 60 cm lang.
Die reifen, samt Flügel bis 30 mm langen Samen, fallen in propellerartigen Flügen im näheren Umkreis des Baumes zu Boden.
Ein erheblicher Teil der Samen wird von Vögeln, Mäusen und Squirrels geerntet – allerdings bleibt noch genügend Samen für eine reichliche Naturverjüngung übrig.

Ökologie

Im großen, natürlichen Verbreitungsareal gibt es erhebliche Unterschiede bezüglich Niederschläge und Temperaturverlauf.
Allgemein werden trockene und warme Sommer von kühlen und nassen Wintern abgelöst.
Abhängig von Höhenlagen (zwischen 300 und 3200 m über NN) variieren die Niederschläge zwischen 800 und 1800 mm.
Die reichliche Naturverjüngung auf offenen Böden oder nach Waldbränden reduziert sich durch Trockenheit und Verbiss auf ein Viertel der ursprünglichen Menge.
Von der Sugar Pine werden Standorte bevorzugt, die tiefgründige, leicht saure Verwitterungsböden aus Basalt, Granit, Sandstein und Schiefer haben – aber auch solche aus basischem Peridotit und Serpentin.
Ebenfalls abhängig von den großen Höhendifferenzen innerhalb des Vorkommens ist die Pinus lambertiana in ihren nördlichen Verbreitungsarealen mit Pseudotsuga menziesii, Abies procera, Abies grandis, Tsuga heterophylla, Thuja plicata, Chamaecyparis lawsoniana und Arbutus menziesii, in ihren mittleren Verbreitungsarealen mit Pinus ponderosa, Pinus jeffreyi, Abies lowiana, Abies magnifica, Calocedrus decurrens, Sequoiadendron giganteum und Quercus kelloggii, in ihren südlichen Verbreitungsarealen mit Pinus jeffreyi, Pinus ponderosa, Pinus coulteri, Abies lowiana, Calocedrus decurrens und Pseudotsuga menziesii, gemischt.
In den Hochlagen ihres Vorkommens wächst sie zusammen mit Pinus jeffreyi, Pinus contorta, Pinus monticola und Abies magnifica.
Zu den Straucharten, die die Pinus lambertiana begleiten, gehören Arctostaphylos patula, Ceanothus-Arten, Castanopsis sempervirens, Gaultheria shallon, Prunus emarginata, Sambucus caerulea und Ribes-Arten. (nach Schütt)

Gefährdung

Ein großes Problem ist der Blasenrost (Cronartium ribicola).
In der Placerville Forschungsstation in Kalifornien und anderen Orten wird an der Resistenz-Züchtung gearbeitet.
Eine von dort stammende (resistente) Pinus lambertiana steht im Arboretum Freiburg-Günterstal - bis heute ohne Probleme.
Vor dem Cronartium-Hintergrund sind gelungene Hybriden mit Pinus lambertiana als mütterlicher Elter (P.l. x P. koraiensis; P. l. x P. armandii; P. l. x P. ayacahuite) und als väterlicher Elter (P. armandii x P. l.; Pinus monticola x P. l.)bekannt.
Über eine Versuchsphase zur Bekämpfung der Krankheit ist man bisher nicht hinaus gekommen.
Auch die Bekämpfung des Zwischenwirtes des Pilzes - die Ribes-Arten - ist noch nicht gelöst.
Andere Schädigungen werden durch Borkenkäfer-Arten, Schildlaus-Arten und wurzelpathogene Pilz-Arten verursacht.

Literatur

Perry J.P.
"The Pines of Mexico and Central America",
Timber Press, Portland, Or. 1991

Shaw G.R.
"The Genus Pinus",
Publication Arnold Arboretum N°5, Riverside Press, Cambridge, 1914

Schütt P.
"Verbreitung, Schäden und Bekämpfung des Blasenrostes in Nordamerika",
Forstarchiv 392,40-43, 1968

Schütt P.
in "Enzyklopädie der Holzgewächse", Pinus lambertiana,
ecomed-Verlag, Landsberg, 21. Erg.Lfg 10/00



 

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oben Pinus lambertiana
Rinden-Nahaufnahme
Foto: © H. Nimsch

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oben Pinus lambertiana
Ehemalige Waldbrandfläche im National Park
Foto: © H. Nimsch

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oben Pinus lambertiana
Sugar Pine mit Naturverjüngung von Abies lowiana
Foto: © H. Nimsch

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oben Pinus lambertiana
Vista Point, Half Dome im Hintergrund
NP Yosemite

Foto: © H. Nimsch

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oben Pinus lambertiana
Alter Baum mit großen Zapfen
Foto: P. Veilleux, eastbaywilds.com

 

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obenPinus lambertiana
Solitär
Yosemite National Park
Foto: ©H. Nimsch

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oben Pinus lambertiana
Jungpflanze
Arboretum Freiburg-Günterstal

Foto: © H. Nimsch

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oben Pinus lambertiana
Junge Calocedrus und junge P. lambertiana
Kalifornien

Foto: © H. Nimsch

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oben Pinus lambertiana
Zapfen
Foto: wikipedia

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oben Pinus lambertiana
Fast reifer Zapfen
Foto: © H. Nimsch

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oben Pinus lambertiana
Ausgereifte Zapfen
Foto:© H. Nimsch

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oben Pinus lambertiana
Geflügelte, reife Samen
Foto: © H. Nimsch

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oben Pinus lambertiana
Samenkorn
Foto: © H. Nimsch

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oben Pinus lambertiana
Zapfen nach Samenausfall
Kalifornien

Foto: © H. Nimsch

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oben Pinus lambertiana
Uralter Baum, Harzausscheidungen nach Beschädigung
Foto: © H. Nimsch

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oben Pinus lambertiana
Urwald in der Sierra Nevada, Kalifornien
Foto: US Forest Service

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oben Pinus lambertiana
An der Nationalstrasse zum Tioga-Pass, Kalifornien
Foto: © H. Nimsch

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oben Umbellularia californica
Begleitflora von Pinus lambertiana
Foto: © H. Nimsch

20

oben Pinus lambertiana
Solitär
Foto: calphoto.berkeley.edu

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oben Pinus lambertiana
Beeindruckender Urwaldriese
NP Yosemite

Foto: © H. Nimsch

23

oben Pinus lambertiana
Solitär
Kalifornien

Foto: © H. Nimsch

 

 

 

 

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