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Microbiota decussata   Komar.

Heimat:  Russischer  Ferner Osten – Sibirien in der Sikhote Alin Provinz  am Oberlauf der Flüsse Anjuja  und Chora. u.a.  Siehe Areal-Karte.  Die Art wächst in lockeren Mischwäldern mit Acer ukurunduense, Alnus maximoviczii, Betula ermanii, Sorbus amurensis, Abies nephrolepis, Picea jezoensis, Pinus  koraiensis  u.a.  in Höhen von   800 bis 1200 m ü. NN  m  –  in der Regel aber in oft dichten Beständen oberhalb der Waldgrenze in Mischung mit Juniperus sabina  var. davurica, Rhododendron mucronulatum, Pinus pumila  u.a.  In Russland wird der Art ein Schutzstatus zugesprochen.

Beschreibung:  Der sibirische Zwerglebensbaum ist vollkommen winterhart und  immergrün. Er verfärbt sich von der gelblich-grünen Sommerfarbe in eine bräunlich-grüne bzw. kupferfarbene Winterfarbe. Der stark verzweigte Strauch wächst flächig-niederliegend, seine Triebspitzen sind überhängend. Er wird 0,5 bis 1,5 m hoch. Die Kantenblätter sind etwas konvex, ihre Spitzen einwärts gekrümmt. Die Flächenblätter sind breit und spitz und mit einer deutlichen Öl-Drüse versehen. Die Nadeln werden etwa 2 mm lang und 2 mm breit, sie können nadelförmig oder  an zapfentragenden Zweigen auch schuppig sein.

Die Gattung ist monözisch. Die Produktion weiblicher Zapfen findet nicht regelmäßig statt. Die Zapfen sind bis 6 mm lang, bis 3 mm breit und verholzen zur Reifezeit. Von den 2  bis  4 Samenschuppen ist nur eine fertil. Die Zapfen tragen nur einen ungeflügelten Samen, der mit einer Harzdrüse versehen ist.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.

Erfahrungen in Mitteleuropa:   Die Art eignet sich als winterfester, unempfindlicher Bodendecker für Gärten, Böschungen und öffentliche Grünanlagen. Die Art ist anspruchslos an den Boden und zeichnet sich durch Kälte- und Trockenheitsresistenz aus. Formschnitte und Rückschnitte verträgt die Pflanze gut.

Literatur:

Dörken V.M., Nimsch H. 
„Differentialdiagnose in Koniferen – ein illustrierter Gattungsschlüssel,
Verlag Kessel, 2018,
ISBN 978-3-945941-50-8

Debreczy  Z., Racz I.
„Conifers around the World“, 
Vol. 1, DendroPress  Ltd.  Budapest, 2011

Farjon  A. 
„A Handbook of  the  World´s Conifers“,
Vol 1, 2010, Brill, Leiden Boston.

Jagel  A., Stützel T.,
„ Untersuchungen zur Morphologie und Morphogenese der Samenzapfen  von Platycladus orientalis, Platycladus orientalis und Microbiota (decussata)“,
Bot. Jahrb. Syst. Bd. 123, 2001,
S.337-404

Jagel  A., Dörken F.M. 
„Morphology and Morphogenesis of  the  seedcones of  the Cupressaceae  - part 2, Cupressoideae“,
Bull. CCP,  4 (2), 2015, S. 51 -78



H. Nimsch

[Bild]Pfeil nach oben Microbiota decussata
Zapfen, Arboretum Trompenburg, NL
Foto: N.N.

 

Familie:   Cupressaceae     Gattung :   Microbiota

Systematik:   Aufgrund neuer Untersuchungen von Zapfenaufbau und Zapfenentwicklung wurde eine enge  Verwandtschaft zur Gattung Platycladus  festgestellt und deshalb eine Umbenennung nach Platycladus empfohlen.  Siehe Literatur:  Jagel  A., Stützel  T. :  Untersuchungen zur Morphologie und Morphogenesis der Samenzapfen von Platycladus orientalis und Microbiota   (decussata  ),             Bot. Jahrb. Syst. Bd. 123, 2001, S. 337 – 404 und Jagel  A., Dörken V.M. : Morphology and morphogenesis of the seedcones of the Cupressaceae – part 2;  Cupressoideae, Bull.CCP,  4(2),              2015, S. 51-78.

Name:   Aus dem Griechischen:  Mikros = klein, bios = Leben. Biota ist ein anderer Name für Thuja. (Deshalb eine kleine Thuja). Die Art wurde 1923 entdeckt – ihre genaue Verbreitung wurde 50 Jahre nicht bekannt gegeben.