Libocedrus bidwillii und Libocedrus plumosa
Die Gattung Libocedrus in Neuseeland (New Zealand)

Zur Gattung Libocedrus in Neuseeland werden 2 Arten gerechnet.
Es sind dies Libocedrus bidwillii und Libocedrus plumosa, die hier getrennt beschrieben werden.
Zur Gattung Libocedrus zählen drei weitere Arten aus Neukaeldonien,
L. austrocaledonica, L. chevalieri und L. yateensis, die hier getrennt beschrieben wurden.

abstract

The two Libocedrus-species from New Zealand – Pahautea and Kawaka - will be presented: Distribution, description, ecology, suitability and propagation.
With 10 color pictures, drawings and 2 maps.

keywords

Libocedrus bidwillii and Libocedrus plumosa, description.


Die Libocedrus bidwillii Hooker f. mit dem Namen der Einheimischen 'Pahautea' und dem englischen Namen 'Mountain Cedar', kommt auf der Nord- und der Süd-Insel vor.
Sie wächst in den Gebirgsbereichen beider Inseln und ist trotz eines großen Verbreitungsgebietes nicht in großflächigen Waldbeständen anzutreffen.

Die Bäume werden ca. 20 m hoch und erreichen einen BHD von 100, maximal 125 cm.

Junge Pflanzen wachsen zunächst fastigiat und werden in späterem Alter einen schmalkegelförmigen Habitus mit stabilen, waagerecht angeordneten Ästen und abgerundeter Krone annehmen.
Die jungen Zweige sind abgeflacht, sie haben bis 3 mm lange Kantenblätter und bis 1 mm lange Flächenblätter, die im Alter in 2 mm, fast gleich lange, dreieckige, spitze und fast schuppenförmige Nadeln übergehen.
Stomata sind auf der Nadelober- und Unterseite zu finden.
Die Rinde löst sich an älteren Bäumen in langen faserigen Streifen ab.
Die Art ist monözisch.
Die Zapfen sind eiförmig, etwa 1cm lang und bestehen aus 4 Fruchtschuppen – alle mit einem Dorn auf dem Rücken.
Nur zwei fertile Fruchtschuppen mit je einem Samen werden ausgebildet.
Die Samen sind ungleich geflügelt – während ein Flügel voll ausgebildet ist, besteht der zweite nur aus einem Hautrand.
Das Holz ist gerade gewachsen, von rötlicher Farbe, leicht, weich, gut spaltbar und dauerhaft.
Es eignet sich gut für Schreinerarbeiten.

Die L. bidwillii bildet im Alter einen markanten Baum mit geschlossener Krone aus, der in montanen bis subalpinen Bereichen von 250 bis 1850 m Seehöhe vorkommt.
In Gebirgslagen an der Waldgrenze und auf moorigen Standorten wächst L. bidwillii sehr langsam und buschförmig und wird hier oft mehr als 1000 Jahre alt.
Reine Waldbestände von L. bidwillii sind selten anzutreffen.
Ein sehr schöner davon stockt im Hihitahi State Forest, andere im Bereich des Mt. Ruhapehu und des Mt. Taranaki.
In der Regel kommt L. bidwillii als einzel-gruppen oder kleinbestandsweiser Mischung mit anderen Koniferen-Arten wie Dacrydium cupressinum, Prumnopitys taxifolia, Podocarpus cunninghamii, Halocarpus biformis, Phyllocladus alpinus, Halocarpus bidwillii, Lepidothamnus laxifolius sowie vielen Angiospermen vor.
Die Ökologie eines höchsten, subalpinen Waldes hat Druitt et al. 1990 mit alten, 5 bis 7 m hohen Libocedrus bidwillii und Halocarpus biformis und juveniler Pflanzen im Unterstand beschrieben.
Wichtige Baumarten der montanen Wald-Zone ( z.B. Dacrydium cupressinum) werden im Übergangsbereich zur subalpinen Zone von charakteristischen Baumarten dieser Zone abgelöst (z.B. Phyllocladus alpinus und Dacrydium biformis).



Libocedrus bidwillii Pfeil nach oben
Adulter Zweig
Foto:© J.T. Salmon, NZ



Libocedrus bidwillii Pfeil nach oben
Alte Bäume am Mt. Egmont
Foto:© H. Nimsch

 

verbreitung

Pfeil nach oben Verbreitung von Libocedrus bidwillii
in Neuseeland




Pfeil nach oben Libocedrus bidwillii, 5-jährige Pflanze
Foto:© H. Nimsch




Pfeil nach oben Libocedrus bidwillii
Jungpflanze in England
Foto:© H. Nimsch




Pfeil nach oben Libocedrus bidwillii
Rindenbild
Foto:© H. Nimsch
 

Die Libocedrus plumosa (D. Don) Sarg. mit dem Namen der Einheimischen Kawaka und dem englischen Namen Lowland Cedar, kommt auf der Nord- und Süd-Insel vor.
Sie wächst in den niederen Bereichen bis 600 m über NN im Norden der Nord-Insel aber auch im äußersten NW der Süd-Insel (Collingwood) als Mischbaumart innerhalb immergrüner Laubgehölze.

Die Bäume der Art werden bis 35 m hoch und erreichen einen BHD von bis 1,20 m.
Ganz junge Sämlinge haben schmale, linealpfriemliche, nach allen Seiten abstehende Nadeln, die jedoch bald in das 4-reihige Stadium übergehen.


Junge Pflanzen wachsen breiter und dichter wie die der L. bidwillii.
Die im Jugendstadium abgeflachten Zweige sind bis 7 mm breit.
Mit zunehmendem Alter sind die Kantenblätter nur noch 5 mm lang und abstehend, während die Flächenblätter bis 3 mm lang, dreieckig und angedrückt sind.
Die hellgraubraune bis rotbraune Rinde älterer Bäume löst sich in langen, unregelmäßigen Streifen ab.
Die Zapfen werden bis 12 mm lang, haben 4 Zapfenschuppen mit jeweils einem Dorn auf der Außenseite, und unter den beiden fertilen Fruchtschuppen je ein Samenkorn.
Das Holz ist gleichmäßig dunkelbraunrot und gut zu bearbeiten.
Es ist dauerhaft und gut für den Möbelbau geeignet.

Die L. plumosa hat eine pyramidale Krone, deren Spitze im Alter deutlich abgerundet ist.
Diese abgerundete Krone erscheint mit zunehmendem Alter noch ausgeprägter!
Die L. plumosa wächst fast immer gemischt mit immergrünen Laubgehölzen, gelegentlich auch mit Agathis australis, oft auch auf Extremstandorten oder gestörten Standorten (Windfallflächen, Rutschungen, Brandflächen u.ä.).
Die Vermehrung aus frischem Samen gelingt innerhalb von 4 bis 8 Monaten nach der Aussaat recht gut.
Wird eine junge Pflanze auf einen mäßig fruchtbaren und feuchten Standort ausgepflanzt, so wird sie – einmal angewachsen – auch einige Trockenheit ertragen können.
Eine unbedrängte Einzelpflanzung verspricht jedoch den besten Erfolg.



Libocedrus plumosa Pfeil nach oben
Adulter Zweig
Foto:© J.T. Salmon, NZ



Libocedrus plumosa Pfeil nach oben
Alter Baum am Naturstandort

 



Pfeil nach oben Verbreitung von Libocedrus plumosa
in Neuseeland




Pfeil nach oben Libocedrus plumosa
5-jährige Pflanze
Foto:© H. Nimsch




Pfeil nach oben Libocedrus plumosa
Jungpflanze in England
Foto:© H. Nimsch




Pfeil nach oben Libocedrus plumosa
Rindenbild
Foto:© H. Nimsch

 
 

Das Klima im Verbreitungsgebiet der beiden Arten ist in großen Teilen des Landes als gemäßigt zu bezeichnen.
Ausnahmen gibt es in hohen Norden mit subtropischem Klima im Sommer und im Binnenland der Süd-Insel mit Eis und Gletscher sowie Frost bis minus 10° C.
Schnee liegt im Winter (Juni bis August) auf allen Bergketten der Nord- und Süd-Insel.
Das Klima wird wesentlich durch die Gebirgsketten auf beiden Inseln und durch die hohen Niederschläge geprägt.
Die Nord-Insel ist von vielen Vulkanen und heißen Quellen durchsetzt.
Der erloschene Vulkan Mt. Egmont (2518 m) ist mit seiner erhabenen Form das Wahrzeichen Neuseelands.
Die Gebirge mit dem höchsten Kraterberg Ruhapehu (2797 m) und dem aktiven Vulkan Tongariro (1986 m) beeinflussen das Wetter der Nord-Insel ebenso wie die neuseeländischen Alpen mit dem Mt. Cook (3763 m) das Wetter auf der Süd-Insel.
Die Niederschläge in den montanen Bereichen betragen ca. 1000 mm, in den Gebirgslagen erreichen sie 3000 mm bis maximal 6400 mm.

 

 

Libocedrus bidwillii gilt als härteste Art unter den insgesamt 5 Arten (2 Arten in New Zealand, 3 Arten im tropischen New Caledonia).
Die NZ-Libocedrus-Arten beanspruchen trotzdem die Winterhärtezone (WHZ) 8, können englisches Klima aushalten, fühlen sich aber deutlich wohler in Cornwall oder Süd-Irland.
In Zentral-Europa ist eine Kalthausüberwinterung notwendig.
Die Unterschiede zwischen den zwei behandelten Arten sind schwierig zu erkennen.
L. bidwillii hat kleinere Blätter und Zapfen sowie eine monomorphische Form der Zweige, sie ist in der Wertigkeit des Holzes geringer einzuordnen und erreicht nur eine geringere Gesamtbaumhöhe.
Junge Pflanzen der L. plumosa haben einen breiteren Habitus und ein dichteres Nadelkleid.
Beide Arten aus Neuseeland sind dekorative Nadelbäume, die mindestens in Botanischen Gärten zu sehen sein sollten.

Literatur

Internet:
New Zealand Plant Conservation Network

G. Krüssmann, G., 1983,
Handbuch der Nadelgehölze

 

 
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