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Aktuelle Seite: HNBeiträgeBeiträge 'A' bis 'D'Die Gattung Acmopyle

Die Gattung Acmopyle

Acmopyle Pilger 1903

Die Gattung Acmopyle gehört zur Familie der Podocarpaceen, die für die Flora der Südhemisphäre charakteristisch sind.
Die Gattung ist Teil der antarktischen Flora, die ihren Ursprung im Superkontinent Gondwana hat.
Dieser zerbrach in der Zeit zwischen 110 und 30 Millionen Jahren in die Kontinente Südamerika, Australien, Afrika, Indien, Antarktis und weitere große Inseln.
Die zwei rezenten Acmopyle-Arten sind in Nouvelle-Calédonie und in Fiji verbreitet.

Gattung Acmopyle - Verbreitungsgebiet Nouvelle-Calédonie und Fiji

Pfeil nach oben Gattung Acmopyle
Verbreitungsgebiet Nouvelle-Calédonie und Fiji


Nouvelle-Calédonie ist ein Teil des ehemals großen Gondwana-Kontinents und reich an Podocarpaceen.

"Fiji gehört dem sogenannten äußeren melanesischen Bogen an, der sich von Neuguinea über die Salomonen-Inseln, Neue Hebriden (Vanuatu), Fiji, Tonga/Lau bis Neuseeland erstreckt, und der vom Früh-Eozän (ca. 55 Mill. a) bis zum Spät-Miozän (ca. 10 Mill. a) durch die Subduktion der Pazifischen Platte am Ostrand von Gondwana entstand.
Die ursprüngliche, bei der Entstehung von Fiji, wie für den ganzen südlichen Teil des äußeren melanesischen Bogens wirksame Subduktionszone, wird durch den Tonga-Kermadec-Graben markiert.
Die Fiji-Inseln sind also – im Prinzip nicht anders als Nouvelle-Calédonie, Neuseeland oder Norfolk Island - im ursprünglichen Zusammenhang mit dem Ostrand Gondwanas entstanden.
Nur so wird auch das dortige Vorkommen gondwanischer Sippen wie Agathis und Acmopyle verständlich."
(Golte 2009)

Eine dritte Art aus Nouvelle-Calédonie – Acmopyle alba, Buchholz, 1949,- die sich nur durch größere Pollenzapfen unterscheidet, wird nicht mehr als eigenständige Art geführt und ist in Acmopyle pancheri eingegliedert worden.
(Die Pollenzapfen der Acmopyle alba sind 18 – 20 mm lang und 3 mm breit – die der Acmopyle pancheri nur 10 – 13 mm lang und 2 mm breit).
Beide Arten haben an den Seitenzweigen zweizeilig stehende, flache Nadeln, die zur Basis hin verschmälert sind und in den Trieb überleiten.
Die Stomata sind auf beiden Blattseiten bläulich, sie sind aber mit zunehmendem Alter der Nadeln nur noch an der Blattunterseite gut erkennbar.
Die Nadeln der Acmopyle pancheri sind oft seitlich gebogen und haben eine leicht gewölbte Oberfläche.
Die Nadeln der Acmopyle sahniana sind vergleichsweise breiter, haben deutlicher erkennbare Stomata und eine ebenfalls leicht gewölbte Oberfläche.
Die Nadeln an den Fruchtzweigen beider Arten sind deutlich kürzer, veränderlich bis hin zu dreieckiger oder fast schuppiger Form.
In Nouvelle-Calédonie können - oberflächlich betrachtet - Acmopyle pancheri und Prumnopitys ferruginoides bezüglich ihrer Benadelung leicht verwechselt werden, doch der fleischige Fuß der Acmopyle-Frucht fehlt bei Prumnopitys ferruginoides.

 

abstract

The genus Acmopyle, Pilger 1903, are conifers which are found in the South Pacific region. They are distributed in Nouvelle-Calédonie and Fiji with only one species on the respective locations. The following presents a short description of both species with black and white drawings, map of distributions and color printings.

keywords

Genus Acmopyle. An introduction with text and pictures.


Gipfeltrieb einer Jungpflanze

Pfeil nach oben Acmopyle pancheri
Gipfeltrieb einer Jungpflanze
Mont Dzumac, Nouvelle-Calédonie

Foto:© H. Nimsch

Jungpflanze am Mont Dzumac

Pfeil nach oben Acmopyle pancheri
Jungpflanze am Mont Dzumac
Nouvelle-Calédonie

Foto:© H. Nimsch

Zweig mit jungen Früchten

Pfeil nach oben Acmopyle pancheri
Zweig mit jungen Früchten
Nouvelle-Calédonie

Foto:© B. Suprin


Acmopyle pancheri
Brongniart et Grisebach 1926

Acmopyle pancheri ist ein immergrüner Baum tropischer Wälder in Nouvelle-Calédonie, der bis 25 m Höhe erreichen kann.
Er kommt in humiden Waldbereichen von Meereshöhe bis 1200 m über NN vor.
Er ist über die ganze Grande Terre verbreitet, hat aber seinen Verbreitungsschwerpunkt im Süden der Insel - hier etwas konzentriert im Bereich des Mt. Dzumac, des Mt. Koghis, des Mt. Mou, des Mt. Quinne und im Norden vom Rivière Bleue.



Pfeil nach oben Acmopyle pancheri
Verbreitungsgebiet Nouvelle-Calédonie
nach: De Laubenfels, 1972

Die Blätter sind verschiedenformig – an Seitentrieben lineal-lanzettlich, zweizeilig mit verschmälerter Blattbasis und zum Stiel herablaufend, 8 bis 20 mm lang und 2 mm breit, an der Spitze gekrümmt, auf der Blattoberseite älterer Nadeln mit 2 undeutlichen Stomabändern, auf der Blattunterseite mit breiten, bläulichweißen Stomabändern und grüner Mittelrippe – an den verlängerten Zweigen und Fruchtzweigen stehen die kurzen, schuppenförmigen Nadeln sehr dicht und umgeben aus mehreren kurzen Nadeln die Basis eines harzig-höckrigen Fußes, auf dem sich eine einzelne Samenanlage befindet.
Der Same hat ca. 10 mm Durchmesser und ist mit einer starken Samenhülle umgeben.

Acmopyle pancheri

Pfeil nach oben Acmopyle pancheri
in: A. Engler: "Die natürlichen Pflanzenfamilien", 1924


Das Epimatium umschließt den Samen nur am Grunde, während es bei der Gattung Podocarpus den Samen ganz einschließt.
Nach IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) ist die Art in die Schutzstufe 5 eingeordnet.

 

Syn.:
Dacrydium pancheri Brongniart et Grisebach 1869;
Nageia pancheri (Brongniart et GrisebacH) Kunze 1891;
Podocarpus pectinatus Masters, 1892



Pfeil nach oben Acmopyle pancheri
Nadeloberseite
Nouvelle-Calédonie

Foto:© H. Nimsch



Pfeil nach oben Acmopyle pancheri
Nadelunterseite
Nouvelle-Calédonie

Foto:© H. Nimsch

Acmopyle pancheri - Schattentriebe, Früchte, Blüten

Pfeil nach oben Acmopyle pancheri
links: zwei Schattentriebe mit
♀ Früchten und ♂ Blüten
rechts: Lichttrieb

(nach DE LAUBENFELS, verändert)



Pfeil nach oben
Acmopyle pancheri
Unreifer Samen

vergr. Foto:© B. Suprin, Noumea


Acmopyle sahniana
Buchholz et N. Gray 1947

Der extrem seltene, endemische Baum mit lockerem Kronenaufbau wird bis zu 12 m hoch und erreicht auf Waldstandorten einen Durchmesser von 15 cm (auf gestörten Standorten einen geringeren Durchmesser und nur bis zu 5 m Höhe).
Der Baum mit dem einheimischen Namen Drautabua - tabua = Wal => Zahn eines Wales - (M. Tuiwawa, 1999) wurde erst 1947 formell beschrieben, obwohl er schon seit vielen Jahren bekannt war.
Frühere bekannte Verbreitungsorte konnten nach vielen Jahren nicht mehr bestätigt werden  – andere, neue Vorkommen konnten in den letzten Jahren entdeckt werden (M. Tuiwawa, mündliche Information).

Acmopyle sahniana - Verbreitungsgebiet Viti Levu, Fiji

Pfeil nach oben Acmopyle sahniana
Verbreitungsgebiet Viti Levu, Fiji
(nach Angabe von M. Tuiwawa - Fiji - wurden in neuerer Zeit weitere, aber nur kleine Vorkommen gefunden)


Die jeweils kleinen Populationen befinden sich in Gebirgslagen in 375 bis 800 m über NN im tropischen Bergregenwald mit 3800 - 5000 mm Niederschlag im Jahr.
Sie wachsen in der Regel auf sauren Böden vulkanischen Ursprungs und können sich gegen die wüchsige Konkurrenz tropischer Angiospermen nur auf Extrem-Standorten behaupten.
Die heutigen bekannten Standorte befinden sich auf der Hauptinsel Viti Levu, in den Provinzen Namosi und Naitasiri.
Mit weniger als 100 Exemplaren insgesamt ist die Art sehr selten und natürlich in ihrem Fortbestand höchst gefährdet.
Nationale und internationale Schutzmaßnahmen sind dringend erforderlich. Nach IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) ist die Art in die Schutzkategorie 2 eingestuft.

Die Nadeln der Acmopyle sind zweigestaltig.
Die jungen Nadeln der Seitenzweige sind bläulich-weiß und haben beidseitig Stomata, die älteren Blätter sind dunkelgrün mit wachsartiger Kutikula.
Sie sind zweizeilig angeordnet, werden bis 24 mm lang und bis 4,8 mm breit.
Die Nadeln sind schief sichelförmig, haben eine scharfe, aber nicht stechende Spitze und die Mittelrippe ist leicht versetzt von der Nadelmitte.

Die Nadeln an den Fruchttrieben sind spiralig angeordnet, nur 1,2 bis 3,8 mm lang und 0,6 bis 1,5 mm breit und stehen gehäuft an der Basis weiblicher Zapfen.
Die Zapfen stehen einzeln oder zu zweit an Terminal- oder oberen Lateral-Trieben und sind 1,5 mm bis 7,3 mm lang und 1,0 mm bis 2,1 mm breit.
Im Gegensatz zu den anderen diözischen Podocarpaceen sind die der Acmopyle sahniana monözisch.
Die Samen sind 7  bis 8 mm lang, doch das Saatgut ist aufgrund der sehr kleinen Populationen und des Schutzstatus' nicht verfügbar.
Die Vermehrung durch Stecklinge ist einfach.

 



Pfeil nach oben Acmopyle sahniana
Nadeloberseite
Foto:© H. Nimsch

Acmopyle sahniana - Rindenbild

Pfeil nach oben Acmopyle sahniana
Rindenbild, Stamm mit 15 cm Durchmesser
Foto:© H. Nimsch


Acmopyle sahniana - Adventiv-Austrieb am Stamm

Pfeil nach oben Acmopyle sahniana
Adventiv-Austrieb am Stamm
Foto:© H. Nimsch


Hubertus Nimsch, 2005 / 2006

Literatur

Doyle, M. F., 1998
"Gymnospermen of the Southwest Pacific" Harvard Pap. Bot. 3 (1): 101 - 106

De Laubenfels, D. J., 1972
"Flore de la Nouvelle-Calédonie et Dépendances", N°4,
Museum National D'Histoire Naturelle, Paris

Tuiwawa, M.
"Acmopyle sahniana", South Pacific University, Suva, Fiji und pers. Mitteilungen.

Internet:
Fiji Conservation Trust: www.naturefiji.org

 

Fiji name: Drautabua

Acmopyle sahniana - Stamm mit Adventivknospen-Austrieb

Pfeil nach oben Acmopyle sahniana
Stamm mit Adventivknospen-Austrieb

Foto:© P. Pikacha, Fiji

Acmopyle sahniana - Verbreitungsgebiet Korombasambasanga Range

Pfeil nach oben Acmopyle sahniana
Verbreitungsgebiet Korombasambasanga Range
Viti Levu, Fiji

Foto:© H. Nimsch

Acmopyle sahniana - Zweige aus dem Schattenbereich

Pfeil nach oben Acmopyle sahniana
Zweige aus dem Schattenbereich
Viti Levu, Fiji

Foto:© H. Nimsch

Acmopyle sahniana - Gerader Stamm in der Bildmitte

Pfeil nach oben Acmopyle sahniana
Am Naturstandort Korombasambasanga Range, Fiji
Gerader Stamm in der Bildmitte, ca. 10 m Höhe

Foto:© H. Nimsch

Acmopyle sahniana - Nadelunter- und Nadeloberseite

Pfeil nach oben Acmopyle sahniana
Nadelunter- und Nadeloberseite

Foto:© H. Nimsch

Acmopyle sahniana - Lockere Krone eines jungen Baumes

Pfeil nach oben Acmopyle sahniana
Lockere Krone eines jungen Baumes, ca. 6 m hoch
Korombasambasanga Range, Viti Levu, Fiji

Foto:© H. Nimsch 
   

 

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