abstract

Eine im Jahr 1973 durchgeführte Reise zu den Nationalparks der Westküste der USA und Kanadas führte natürlich auch zu den Sequoiadendron-National-Parks.
Diese riesigen Bäume hinterließen einen prägenden Eindruck. Die Idee der Projektion eines solchen Naturbestandes mit allen Begleitbaumarten in das Arboretum Günterstal wurde vom Städtischen Forstamt zunächst abgelehnt - später jedoch genehmigt.

Keywords

Arboretum Freiburg-Günterstal, Projektion eines Sequoiadendron-Naturwaldes.



Beeindruckt von der Reise zu den Redwood-State-Parks und den National-Parks entstand die Idee einen Sequoiadendron-Naturwald mit allen Begleitbaumarten in das Arboretum Freiburg-Günterstal zu projizieren.
Diese schon 1963 entwickelte Idee wurde wiederholt abgelehnt, dann aber - nach wiederholtem, intensivem Engagement - doch umgesetzt.
Ohne erheblichen persönlichen und materiellen Aufwand des Initiators wäre die Umsetzung nicht möglich gewesen.
Die Beschaffung der verschiedenen Pflanzen gestaltete sich schwierig und zeitaufwändig, die Artechtheit war oft nicht gegeben, die nochmalige Aufschulung in einer kleinen, eigenen Baumschule problematisch, der Schutz gegen Wild unabdingbar und teuer, der Botrytis-Befall oft verheerend u. a. m.
Durch besondere Umstände konnten die sonst teuren Jungpflanzen in ausreichender Zahl über das Städtische Gartenamt als 4-5 jährige, getopfte Pflanzen bezogen werden, die auf einer ca. 6 ha großen Fläche in den Abteilungen 2 und 3 des Illenbergs im Verband von etwa 8 x 10 m bis 10 m 10 m ausgepflanzt wurden.
Die Auspflanzung erfolgte in den Jahren 1977 bis 1982.
Der Schutz aller gepflanzten jungen Mammutbäume durch sogenannte Fegeschutzpfähle bzw. durch Drahthosen war unumgänglich und teuer.

Die Hauptbegleitbaumarten des Mammutbaumes in der Sierra Nevada sind Calocedrus decurrens, Abies concolor lowiana und Pinus lambertiana.
Sie werden fast alle nachträglich in geringeren Stückzahlen in die Mammutbaumfläche eingebracht.
Die Calocedrus decurrens (deutsch Weihrauchzeder, englisch Incense Cedar), deren deutscher und englischer Name fälschlicherweise die Verbindung mit einer Zeder herstellt, ist am Heimatstandort immer in Gesellschaft des Mammutbaumes zu finden und kann 70 m hoch werden.
Sie hat eine gewisse Ähnlichkeit mit dem bei uns bekannten Lebensbaum (Thuja plicata) und hat sich hier gut bewährt.
Ganz anders verhält es sich mit der Sierra-Tanne (Abies concolor lowiana), einer ebenfalls ständigen Begleiterin der Mammutbäume.
Dieser Baum, der am heimatlichen Standort 70 m Hohe erreichen kann, ist hier infolge von Armillariabefall (Hallimasch) fast völlig ausgefallen.
Die in America gewaltige Dimensionen erreichende Zucker-Kiefer (Pinus lambertiana) ist die höchstwachsende Kiefer der Erde (90 m). Ihre bekannte, gravierende Empfindlichkeit gegenüber der Pilzkrankheit ,Blasenrost' haben von vornherein ihre Auspflanzung verhindert.
Weitere peripher vorkommende Begleitbaumarten wurden in geringen Stückzahlen ausgepflanzt.
Es sind dies Pinus ponderosa (Gelb-Kiefer), Pinus jeffrey (Jeffrey pine), Pinus monticola (Western white pine), Abies procera (Edel-Tanne), Larix occidentalis (Western larch), Tsuga heterophylla (Hemlock), Thuja plicata (Red Cedar) und Picea engelmannii (Engelmann-Fichte).
Eine spätere Nachpflanzung mit der Nordmanns-Tanne diente der Betriebssicherheit und gleichzeitig auch der Zierreisgewinnung und Christbaum-Produktion.

Nach 25 Jahren müssen wesentliche Einschränkungen bezüglich der Zielvorstellung gemacht werden.
Die Gesamtfläche wurde, bedingt durch Ausfälle auf den trockeneren Randflächen, kleiner.
Die Ausfälle durch Armillaria mellea bei den Mammutbäumen dauern seit 25 Jahren an.
Nach dem Bestandesschluss ist mit einem Rückgang des Befalls zu rechnen.
Das Trockenjahr 2003 hat zu Wipfeltrockenheit an Mammutbäumen geführt.
Abies concolor lowiana, Tsuga heterophylla und Picea engelmannii sind nach anfänglich hervorragendem Wachstum durch Armillaria fast vollständig ausgefallen.
Auch die wenigen Larix occidentalis sind nach gutem Jugendwachstum ausgefallen.
Einige andere Begleitbaumarten sind vorhanden.
Der Mammutbaumwald wird auf verkleinerter Fläche und auf etwas feuchteren Standorten, nun mit Tannen im Zwischen- und Unterstand, fortbestehen.
Im Bereich des Marxenbrunnens auf gutem Standort zeigen die Mammutbäume ein hervorragendes Wachstum.

H. Nimsch, September 2008

 

 

 



Pfeil nach oben Sehr langschaftiger, 140-jähriger Tannen-Vorbestand am Marxenbrunnen.
Höchster gemessener Baum hatte 48 m, die Stammholzlänge betrug 39 m.




Pfeil nach oben Vierjähriger Mammutbaum
nach der Pflanzung Schutz mit Pfisterpfahl, Abt. 3




Pfeil nach oben
Jahrestrieb eines sechsjährigen Sequoiadendron giganteum, Abt. 3




Pfeil nach oben Achtjähriger, wüchsiger Mammutbaum, Abt. 2




Pfeil nach oben Waldbestand nach 20 Jahren am Marxenbrunnen




Pfeil nach oben 25-jähriger Gebirgs-Mammutbaum
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