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Abietum

Das 'Abietum' – eine Örtlichkeit, an der fast alle Abies-Arten (Tannen-Arten) der nördlichen Hemisphäre dargestellt werden sollen – befindet sich als Teil des Arboretums im Stadtwald Freiburg in der Nähe von St. Valentin im Aufbau.
Die Etablierung einer so umfangreichen Artensammlung der Tanne ist bisher in Deutschland nicht zu sehen.

Natürlich ist es schwer dem interessierten Waldbesucher so viele Tanne-Arten erklären zu wollen, da sie sich doch alle recht ähnlich sehen.
Es fällt selbst Fachleuten schwer, die vielen Arten voneinander zu unterscheiden.
Lassen sie sich deshalb bei einem kleinen Rundgang durch das Abietum einfach von der Formen- und Farbenvielfalt der Tannen-Arten inspirieren.

Innerhalb des Arboretums wurde schon vor 40 Jahren mit der Umsetzung eines Abietums begonnen, um die auf der nördlichen Erdhalbkugel verbreiteten Tannen-Arten zu konzentrieren und zeigen zu können.
Abhängig von der Auffassung verschiedener Taxonomen handelt es sich um etwa 60 Tannen-Arten weltweit.
Davon sind etwa 25 Arten einzeln oder in Gruppen ausgepflanzt und weitere 30 Arten befinden sich als Jungpflanzen noch in der Obhut des Autors.
Die verbliebenen restlichen 5 Arten müssen noch beschafft werden bzw. eignen sich nicht für eine Freipflanzung in unseren Klimaten.
Dazu gehört beispielsweise die Abies religiosa aus Mexiko, die zwar im Glashaus steht – aber wegen ihrer subtropischen Herkunft nicht ins Abietum ausgepflanzt werden kann.
Für die Beschaffung der Tannen-Arten musste viel Zeit und Geld aufgewendet und Reisen in die Ursprungsländer unternommen werden.
Auch wird sich die Etablierung der Arten über einige Jahre hinziehen.


Einige wenige Tannen-Arten sollen hier genannt werden:

Unsere heimische Weiß-Tanne (Abies alba), der Charakterbaum des Schwarzwaldes, ist wohl allen bekannt.
Er prägt mit anderen Baumarten zusammen das Landschaftsbild unserer Heimat.

Schon vor ca. 100 Jahren wurden – zusammen mit dem forstlichen Anbau von Douglasien – die ersten Nordmanns-Tannen (Abies nordmanniana) aus dem Kaukasus im Arboretum gepflanzt.
Die im Sohldobel stehenden Bäume gehören nachweislich zu den wüchsigsten ihrer Art in Baden-Württemberg.
Seit 1965 wurden weitere Nordmanns-Tannen angebaut, die z.T. von den eigenen Tannen aus dem Sohldobel stammen.

Aus China stammt die Abies beshanzuensis, die am heimatlichen Standort kurz vor dem Aussterben steht.
Auch die Einordnung in die Schutzstufe 1 der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) wird das Aussterben nicht verhindern können.

Die Gebirge im westlichen Nordamerika sind die Heimat einer sehr schönen und besonders wüchsigen Tannen-Art:
Die Abies procera , mit dem deutschen Namen Edel-Tanne, zeichnet sich durch dichte, blaugrüne Benadelung und die größten Zapfen aller Tannen-Arten aus.
In ihrer Heimat kann sie 80 m hoch werden.

Aus Korea wurde eine Tanne eingeführt, die seither nicht im Wald, sondern in vielen Vorgärten zu sehen ist:
Die langsam wachsende Abies koreana ziert durch viele, anfänglich blaue Zapfen, die schon an 1 m hohen Exemplaren zu sehen sind.
Sie ist deshalb auch für einen kleinen Garten geeignet.

Mexiko ist die Heimat einer Tannen-Art, die aufgrund ihrer Herkunft eigentlich in Mitteleuropa gar nicht wachsen dürfte.
Die Abies vejari tut es aber doch, denn seit 1981 steht sie im Arboretum und wächst seither ganz hervorragend.

Auch in Europa können Tannen-Arten aussterben.
Von der in Sizilien beheimateten Abies nebrodensis (Nebroden-Tanne) existieren nur noch ca. 20 Bäume am Ätna – das Aussterben dieser Tanne-Art am Naturstandort steht bevor.
Auch hier hat die Schutzstufe 1 nach IUCN das nicht verhindern können.
Im Arboretum des Städtischen Forstamtes Freiburg entsteht demnächst eine kleine Arterhaltungsfläche dieser sizilianischen Tanne nach der Überschrift:
„Alle reden von Arterhaltung – Wir wollen etwas dafür tun.“

H. Nimsch Juni 2009

 


 

 

Abies bracteata

Pfeil nach oben Abies bracteata
Die Grannen-Tanne, mit deutlich erkennbar stechenden Nadeln

Foto:© H. Nimsch


Abies pinsapo

Pfeil nach oben Abies pinsapo
Die Tanne aus Südspanien mit männlichen Blüten

Foto:© H. Nimsch

Abies nebrodensis

Pfeil nach oben Abies nebrodensis
die vor dem Aussterben stehende Tanne
aus Sizilien

Foto:© H. Nimsch

Abies numidica

Pfeil nach oben Abies numidica
Zapfen einer in Algerien beheimateten Tannen-Art

Foto:© H. Nimsch


Abies vejari

Pfeil nach oben Abies vejari
Die aus Mexiko kommende Tannen-Art wächst im Arboretum sehr gut

Foto:© H. Nimsch

 

 

 

Abies religiosa

Pfeil nach oben Abies religiosa
Die rot-violetten, weiblichen Blüten einer nicht winterharten Abies-Art
aus Guatemala und Mexico

Foto:© H. Nimsch


Abies delavayi

Pfeil nach oben Abies delavayi
mit leicht eingerollten Blatträndem und männlichen Blüten
Heimat: China
Foto:© H. Nimsch


Abies procera

Pfeil nach oben Abies procera
Ein beeindruckender, alter Tannenbestand
im National-Park in Oregon

Foto:© H. Nimsch


Abies procera Zapfen

Pfeil nach oben Abies procera
Reifer Zapfen mit fertilen Samen
National-Park in Oregon

Foto:© H. Nimsch


Abies magnifica

Pfeil nach oben Abies magnifica
im Crater Lake National-Park

Foto:© H. Nimsch

Abies squamata

Pfeil nach oben Abies squamata
in China beheimatete Tanne mit typischem Rindenbild

Foto:© H. Nimsch

Abies beshanzuensis

Pfeil nach oben Abies beshanzuensis
eine reliktartige, mit nur noch wenigen Exemplaren vorkommende Tanne
aus China

Foto:© H. Nimsch


Abies nebrodensis Jungpflanze

Pfeil nach oben Abies nebrodensis
Jungpflanze einer vom Aussterben bedrohten Tannen-Art

Foto:© H. Nimsch


Abies koreana

Pfeil nach oben Abies koreana
eine schon früh fruktifizierende, klein bleibende Tannen-Art aus Korea


Abies nordmaniana

Pfeil nach oben Abies nordmanniana
eine aus dem Kaukasus stammende, bekannte Art

Foto:© H. Nimsch

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